MAD EAST Enduro Challenge 2015

 

Am vergangenen Wochenende war es endlich soweit: „Zahltag!“ MAD EAST ENDURO CHALLENGE. Zwei Tage, 9 Wertungsprüfungen auf knapp 82 km und 2.100 hm Gesamtdistanz verteilt. Wie es uns erging gibt’s jetzt:

Alle waren pünktlich in Altenberg. Jan, Simon, Martin und ich (Stefan) Wenn ich also „ich“ schreibe, meine ich „mich“, also Stefan, gilt auch für, wenn ich „mich“ schreibe, nur zur Erklärung! :-D Am Parkplatz trafen wir Hartmut Hung Dschäggson, von den Dschäggsons und den Kai plus Sebastian von der ION Brigarde. Ach und zweimal Maik! Maik Höhne, Team 262 und Maik Petrovsky, welcher der Bruder von unserem Martin Petrovsky ist, was mir bis WP1 keiner gesagt hat! „Ach, ihr seid Brüder!“ – Cool ey!“ Kommunikation ist Alles! Natürlich haben wir noch viele weitere bekannte Gesichter erspäht, welche ich jetzt aus Zeitgründen nicht alle auflisten kann! Ich bitte um Entschuldigung…..Torsten, Kathrin, Uwe, Thomas…. So, das muss reichen…

Die Vorbereitung lief fast reibungslos. Simon war etwas irritiert, als er nicht in der Startliste stand, während wir schon unsere Startnummer und Transponder hatten. Klärte sich aber schnell auf und so konnte auch Simon die Startnummer ans Rad zurren.

Jan „Purzel“ Lewiak reiste mit Panzertape um die Oberschenkel an, da Diese sonst vorher schon geplatzt wären. Das Training der letzten Wochen war zwar auf Grund von Hausbauabschluss und Umzug dürftig, dennoch war er guter Dinge: „Heute muss man schön flowig durchrollen!“….Ja, nee is klar! Als beim Aufwärmen bereits der Hinterreifen auf Asphalt durchdrehte war klar, wie diese Aussage zu werten war. ;-)

Jan und ich waren zwei Jahre jetzt kein Rennen gefahren, was mich etwas nervöser sein lies als Jan. Letztes Jahr exakt auf den Tag genau mit Fieber im Bett und damit kein Start möglich. Diese Hürde hatte ich also schon genommen. Ich entspannte mich während der Fahrt mit Musik und wurde oft verwundert angeschaut und…. „Was läuft gerade?“ fragte mich die Claudia vom WOMB-Girlsridetoo-Team. Blöderweise viel mir gerade der Interpret nicht ein! Jetzt weiß ich es wieder Claudia! Falls Du das hier lesen solltest, es war: „Phil Collins mit Wish it would rain down!“ ..na, genau! Hat ja auch geschüttet später O:-) Die Jungs meinten zwar, kannst Du uns dann hören, wenn wir auf Dich auffahren? Das kommentiere ich hier nicht weiter ihr elenden Bagaluten! ….auffahren…is klar!… :-*

Simon hatte eine schwere Last zu tragen oder besser gesagt zu bewegen. 17 kg wiegt sein „Eisenschwein“ was ihm auf der Strecke von vielen schon mal Respekt einbrachte und natürlich von uns auch! Martin kämpfte mit seiner 4X-Maschine. Durch die Übersetzung musste er bereits auf dem Festplatz in den Wiegetritt wechseln. Ist aber ne harte Sau und hat die Samstag-Enduro-Strecke rumgedrückt! Besser als Gatter-Training Martin! Dazu kam, dass die Sattelstütze zu kurz war, die braucht er ja sonst nicht wirklich. Wir haben ihm natürlich mit wertvollen Tipps beigestanden: „Ey Martin, mach mal lieber deine Sattelstütze noch 3 cm weiter raus, geht sonst über die Knie!“ Ja, Teamkollegen sind was Feines! :-D8-)  

Die Wettervorhersagen waren Starkregen und Hagel gegen Mittag .... ähhh, ja! Lass dich überraschen…also Regenjacke einpacken und ganz vorne an den Startbogen. Dachten sich blöderweise Alle… naja, sind wir eben hinten gefahren…let’s roll!

WP1 Tellkoppe…45 Minuten Pause und man ist wieder kalt. Als Jan oben wie eine Kanonenkugel Richtung Tal flog erinnerten wir uns alle an: „flowig durchrollen!“ :-D Das Mädel vor uns bat die Starterin um 1 Min Wartezeit zu Jan…nach drei Kurven war Jan bereits dran, ist aber gut vorbeigekommen. Als ich auf der Hälfte um eine Kurve kam, flog vor mir jemand gerade böse über den Lenker und lag auf der Piste. Ein kleiner Holzsprung war für sie doch höher als gedacht. Ich habe natürlich gestoppt, sie rappelte sich wieder auf und meinte ich kann weiterfahren. Leider hat es sie doch übler erwischt als angenommen, denn sie wurde dann vom Org-Team zum Sani gefahren. Gute Besserung!!!    

WP2 Gerade am Skilift Hermsdorf aus dem Lift ausgehangen fing es an zu Schütten! Prima, dachte ich, schnell die wasserabweisende Jacke raus! Pustekuchen, hatte ich doch glatt im Auto liegen lassen. Dazu kam Wind und eine Schlange von 50 Fahrern am Start WP2. Scheiße hab ich gefroren und mein Wille zu Fahren ging nach unten. Simon als solidarischer Teamkumpel hat natürlich auch seine Jacke nicht angezogen! „Werbung is Alles!“ Liebe Sponsoren, ihr seht wir nehmen es ernst mit Flagge zeigen! ;-) Aufgrund des Starkregens und des Durcheinanders wurde unsere kleine Gruppe gesprengt. Der Lewiak fuhr schon, da haben wir noch gefroren. Martin und Maik sind nach hinten gerutscht.

Endlich dran, fühlte mich wie frisch aus der Tiefkühltruhe, freute mich auf Bewegung und war überrascht, dass es noch ganz gut ging. Schlamm, Schlamm, jamm, jamm…und Holzrampen, welche ich meistens gemieden habe, wenn es ging! Die sahen verdammt glatt aus, was sich auch herausstelle, denn Simon und Jan hatten sich ordentlich abgeräumt, was für lange Gesichter, blutige Beine und schlechte Zeiten sorgte.

Zu WP3 haben wir geschoben, da wir nicht wieder stehen wollten, waren sogar eher oben. Gerade also ich starten wollte rief Jan, der die WP3 schon absolviert hatte: „Ey warte, ich fahre mit und filme!“ Der Starter hatte nix dagegen, nur nicht durch die Ziellichtschranke bitte! Mist, dachte ich, jetzt wird mein Gestocher aufgenommen, darf ich mir wieder zur Weihnachtsfeier anschauen und was anhören! :-\ Naja, Ausführungen spare ich mir, könnt ihr demnächst anschauen. Simon wartete schon unten und meinte, dass die Fahrt ganz ok war.

Nach Entwässerungspause ging’s zur WP4. Endlich wieder schön warm, war der Tenor aus der nun etwas kleineren Gruppe. Aus Kältegründen haben wir nicht auf Martin und Maike gewartet! Jungs, redet ihr noch mit uns? :-[ Erst blöde Sprüche und dann alleine gelassen! Bisschen schlechtes Gewissen hatten wir schon, aber ihr hattet ja Euch! Martin fuhr im Teamtrikot am nächsten Tag den DrahtX-Downhill in Augustusburg. Er hat uns verziehen! Sein Spruch war eh: „Lasst uns zurück, was zählt ist die Mission!“ :-D   

WP4 war totales Neuland und völlig anderer Charakter. Treten, treten, Holzwand, Wiese, dann eng, Wellen und verblockt mit Wurzeln. Dazu "block rockin’ beats" von den Chemical Brothers, passte hervorragend zu dem Ding! Als ich unten ankam grinste Jan über beide Backen. „Bin flüssig durchgekommen!“ Hier war klar, der Zahltag im Team geht für mich nach hinten los! Denn ich war alles andere als flüssig durchgekommen. Nur mein Hinterrad fand’s geil und hat mich sogar überholt. Als wir da so standen auf einer Holzbrücke, kam Simon angedüst. Noch völlig im Rausch bremste er direkt vor uns auf der besagten Holzbrücke. Die Räder standen ganz fix, aber Simon nicht! Unsere Augen wurden immer größer, denn der war gerade dabei, wie beim Kegeln, seine Teamkollegen abzuräumen. Er hat’s noch irgendwie hinbekommen mit Füße runter, akrobatischer Beinkrätsche, starken Willen und wir standen peinlich berührt als Knäuel rum. Bring mal so ein 17 Kilo-Monster auf ner klitschigen Holzbrücke zum stehen! Puuhhhh!

WP5 das Ende von Tag 1 naht! Hier machen wir es kurz, lief ganz gut das Ding.

Martin und Maik sind auch noch gut ins Ziel gekommen und waren mit Platz 53 und 138 gut dabei! Danke Jungs! 8-)

 

Feierabend in der Jugendherberge Altenberg, Weltklasse!…für Jan alte Erinnerungen, denn er war mal Rennrodler als Jugendlicher, hat einige Titel abgeräumt zu DDR-Zeiten und das Gebäude war früher Teil des Trainingszentrums. So lagen wir fein und brav zu dritt in einem 4-Bett-Zimmer, wo Jan früher schon genächtigt hat. Auf dem Tisch lagen die Ausdrucke der Zeitmessung in Reihenfolge. Die Messe war nach Tag 1 schon gelesen. Jan „Kufenflitzer“ Lewiak, wie er ab jetzt heißt, führte mit 40 Sekunden Vorsprung. Spruch des Tages: „Hier Eure Zettel zurück, solche schlechten Zeiten steck ich nicht ein!“ Nach dem verdienten Abendessen lagen wir in Doppelstockbetten, unter Blümchenbettwäsche und mit Ohrenstöpseln danieder und träumten von gutem Wetter am nächsten Tag.

Sonntag und damit Tag 2 der Challenge. Spitzen Wetter, Bikes gereinigt und vorbereitet, in den zweiten Anzug geschlüpft und ab zum Start. Heute rollten wir mit Maik Höhne und Hartmut Hung Dschäggson gemeinsam. Waren damit also in bester und schneller Gesellschaft. Der Dschäggson hing mir in der Gesamtwertung im Genick, deshalb war es ganz gut immer in der Nähe zu sein! Der is mir schon in Finale Ligure negativ aufgefallen, da hing der mir auch schon am Hinterrad!:-D

WP1 an der Bobbahn und es ging wieder los. Schönes Ding und alle drei gleich auf’s Maul! Wir waren alle im „Aufholen-Modus“ und dann riskiert man etwas mehr. Der Tag ging also gut los. Jan hatte sich, in einem Steilstück, wirklich ordentlich überschlagen, aber zum Glück nix passiert. Stürze kosten immer viel Zeit, aber das passiert Jedem einmal und so gleicht sich hier und da wieder was aus, Hauptsache es geht weiter.

WP2 wurde von uns danach nur das „miese Tret-Ding“ genannt. Ging fast auf der Ebene hin und her und hin und her….gestört, aber geil! Lief übrigens auch im Kopfhörer!

WP3 war der Traum eines jeden Endurofahrers. Lange Tretstücke, Trails, Brücken, Kurven….. MAD EAST-Team…NOTE 1!!! 8-) Die wären wir gern zweimal gefahren! Die Gruppe war gut unterwegs und wir hatten einen Mordsspaß! Dann viel Jan’s Comand-Post kurz aus und da war es wieder, Simons Gesicht…. „neumodscher Scheiß!“...weiß schon warum ich das nicht dran hab. Erstaunte Gesichtsausdrücke bei Hartmut Hung Dschäggson alias Tino Kramer und Maik Höhne. Der ist der Oldschool-Hardliner bei euch im Team oder? Kein „Carbongefaser“, keine „Luftdämpferscheiße“, keinen versenkbaren „Sattelstützenquatsch“  Ja, so ist er, der Simon….am bewehrten festhalten, dafür eine „Kampfsau“ vom Herrn. >:o  Wir sind schon froh, dass er wenigsten ein Funktionstrikot anzieht und nicht mehr im Baumwoll-T-shirt fährt! Aber, wir wollen den sehen, der so einen  Koloss, in der Zeit, über 80 Kilometer knüppelt!!! Respekt!!! 8-)                       

Der Transfer danach war auch der Hammer und wir waren echt froh über die Verpflegung am Ende der Bobbahn. So ein Becherchen Cola is was feines!

Last but not least WP4. Freudentaumel, Jan düste gleich runter, da er uns noch filmen wollte. Simon und ich hatten einen Krampf. Simon im Bein und ich in der rechten Po-Hälfte. Ohne Mist jetzt! Das hatte ich noch nie! Hattet ihr schon mal einen Krampf im Hintern? War skeptisch ob ich im Stehen richtig treten konnte und tritt erstmal vorsichtig an am Start, aber es ging und die WP4 war noch mal richtig genial! Simon wartete noch ein bisschen und kam dann aber auch gut runter, obwohl seine Hammerschmidt-Getriebekurbel durchdrehte! Ja, so was is dran am Bike! Hat ja auch Kultstatus mittlerweile das Ding!

Abrechnung: Der interne Zahltag wurde teuer für Simon und mich! Jan geht hier ganz klar als Sieger hervor. Plastik-Blumenstrauß und ne Flasche Rote-Beete-Saft inklusive! Im Ganzen: Patz 20 für Jan, Platz 68 für Simon und Platz 38 für mich. Passt schooo!

Ein Satz noch zum Kollegen Maik Höhne! Sonntag vorm Start halb deprimiert vom Samstag. „Ich fahre heute mit euch…. die Einzelkämpferscheiße von gestern bringt nix!“. Ja, unser interner pfadlinig-Motivations-Kampf hat auch den Maik inspiriert, denn am Ende kam er doch glatt noch auf Platz 5 vor! Das nächste Mal fährste gleich mit uns!

Ein Lob an die Organisation möchten wir abschließend noch aussprechen! Der MAD Enduro ist und bleibt für uns die Nummer 1 in Deutschland. Das ist noch wahrer Enduro, ohne Trainingsmöglichkeiten und Bikeparkpisten. Fahren auf Sicht, sich in Sekunden an die Gegebenheiten anpassen müssen usw….Weltklasse! Dieses Jahr echt mit Liebe zum Detail und verdammt viel Aufwand! DANKE Org-team für eure Mühen und Zeit! Danke an Waldbesitzer und Forst für die Freigabe! Als Jungs, welche auch ein paar Jahre lang Endurorennen organisiert haben, wissen wir von was wir sprechen! Weiter so!!!

 

Stefan