pfadlinig-Präsenz beim ersten MTB-Marathon in Dresden

Als ich relativ kurzfristig vor etwa zwei Monaten davon erfahren habe, dass es einen MTB-Marathon in meinem Heimatrevier der Dresdner Heide geben soll und dieser unüblich, aber für mich umso günstiger, nur 45 Kilometer lang sein soll, war für mich klar: Hier mache ich mit.

Am Pfingstmontag morgen war es dann so weit, ich holte meine Startnummer an der Scheune in der Dresdner Neustadt ab, wo sonst nach heißen Bässen getanzt und gefeiert wird, und fuhr anschließend zum Startgelände im Alaunpark. Meine Erwartungen an die Strecke waren hoch. Ich war vor allem gespannt, wieviele der zahlreichen Heidetrails den Weg in die offizielle Strecke gefunden haben. Gegen 09:30 startete der Pulk von geschätzten 200 Teilnehmern dann in einer eindrucksvollen Staubwolke in Richtung Priesnitzgrund - ich mitten drin! Gleich das erste Drittel der Strecke machte klar - hier wird im richtigen Gelände gefahren! Der Parcour bestand hier aus einem ständigen Wechsel zwischen steilen, sandigen Anstiegen und trailigen teilweise technischen Abfahrten - Ausruhen war Fehlanzeige! Auch wenn ich viele der Abschnitte bereits aus Touren kannte (was mir auch zu Gute kam), gab es doch den ein oder anderen unbekannten Weg zu befahren.

Der Mittelteil war dann vom Profil und Untergrund etwas einfacher zu fahren. Hier gab es jedoch ein anderes Problem und den einzigen kleinen Kritikpunkt an die Organisatoren: Die unzureichende Markierung der Strecke. Der gängigen Logik, an Kreuzungen geradeaus zu fahren, wenn es keine Pfeile oder Absperrungen gibt, konnte man hier an zwei bis drei Stellen leider nicht folgen. Nur wenn man wirklich angehalten hat, sich umgeschaut hat und rechts oder links in einiger Entfernung Bändchen an Bäumen gesehen hat, wusste man, wo es lang geht. Einige Fahrer sind wohl an diesen Stellen geradeaus gefahren und hatten dann später unfreiwillig bis zu 4 Kilometer weniger auf dem Tacho.

Nach zwei Dritteln der Strecke merkte ich langsam meinen Rücken und die schweren Beine. Das Gelände wurde nun wieder zunehmend bissiger. Aber die Trails und das absehbare Ziel motivierten mich, nochmal alles zu geben. Gerade im letzten Teil haben die Organisatoren nochmal zwei Perlen der Heide in die Strecke mit eingebaut -  ich sage nur Pfeilhaustrail und die finale Trailabfahrt in den Priesnitzgrund. Hier fand sich nochmal ein kleiner Pulk von fünf oder sechs Fahren und wir fegten im gemeinsamen Formationstiefflug mit breitem Grinsen ins Zeitmessziel unter der Priesnitzgrundbrücke.

Fazit: Ich kann nur hoffen, dass es nächstes Jahr wieder einen MTB-Marathon in der Heide gibt. Die Strecke war richtig gut und das Ambiente im Start und Zielbereich hat noch viel Potential... Die Probleme mit der Streckenabsperrung sind sicher lösbar und haben den Spaß nicht wirklich geschmälert. Ich hatte übrigens am Ende knapp unter 45 Kilometer auf dem Tacho und einen 79. Platz im Mittelfeld erkämpft - ich hoffe mal ich habe nicht auch irgendwo unwissentlich abgekürzt??? ;-)

Vielen Dank an die Organisatoren und an die entspannten Teilnehmer!

Viele Grüße

Simon